Logistik

In enger Zusammenarbeit mit dem Forstlichem Bildungszentrum Münchehof, Herrn FAm Holger Kuprat wurde die Diplomarbeit von Herrn Christian Müller beendet. Die Ergebnisse der Bereitstellung und Aufarbeitung mit dem größten Mobilhacker Mitteleuropas Terex 804 CT ergab, dass eine viel versprechende Aufarbeitungsmöglichkeit für Laubstarkholzkronen sowie auch in Schwachholzbeständen besteht. Es darf dabei nicht unerwähnt bleiben, dass der organisatorische Aufwand einer perfekt funktionierenden Transportkette immens ist. Die Umrechnung von “Terex geblasenem” Hackgut liegt bei 2,7 Schüttkubikmeter/ fm. Ferner wurden wertvolle Hinweise in Sachen Kronenvolumina und Trennschnitte für die Aufarbeitung von Starkholzkronen gegeben. Auch wurde das Kalkulationsprogramm Energie-/Industrieholz überarbeitet  ( Publikation in Forst und Technik 5/2003).

Sensortechnik

Die Zusammenarbeit mit der Fakultät Naturwissenschaft und Technik, Prof. Dr. Klaus Bobey, Dipl. Ing. Robert Burdik und Dipl. Ing. Lutz Brekerbohm erbrachte mit den 2002 abgeschlossenen Diplomarbeiten von Glahn und Eilers sowie einigen weiteren intensiven Studien den Durchbruch. Wurde Anfang des Jahres 2003 noch gesagt: Harvester lernen sehen, – konnte zum Jahresende gesagt werden: Harvester können sehen ! ( Forst und Technik 5/2003, Eröffnungssymposium 30./31.10.2003). Hauptanliegen dieser Projektstudie mit Fa. Wahlers Forsttechnik als Industriepartner ist zum einen die Verbesserung der Arbeitsplatzergonomie, sowie der Leistung unter widrigen Beleuchtungsverhältnissen. Noch als Vision werden der Ausbau der Sensorik zur Erfassung der exakten Lage (Triangulation) und der BHD der stehenden und entnommenen Bäume gesehen. In Erwartung steht ein Gespräch mit der finnischen Firma PONSSE über die Weiterführung des technisch anspruchsvollen Ansatzes.

Steilhangmaschine

Durch einen interdisziplinären Ansatz konnte die Idee von Dietmar Sohns, im Steilhang die Holzernte mit hochmechanisierten Systemen zu bewerkstelligen, lösungsorientiert angegangen werden. Auf der Basis einer 2002 entwickelten Simulationsstudie von Prof. Dr. Reiner Nollau wurde in der Fa. Kässbohrer Geländefahrzeug AG ein Partner gefunden, der in der Lage ist, mit Hilfe einer auf einem Pistenfahrzeug montierten Winde, die Traktionshilfe für einen voll beladenen Forwarder zu geben, die laut Simulation notwendig ist, um Bringungsaufgaben im Steilhang bestandes- und bodenschonend durchzuführen. Der Pilotversuch gestaltete sich ausgesprochen erfolgreich. Alle Beteiligten, Stützpunktforstamt Lauterberg mit Herrn Dietmar Sohns, Kollege Prof. Dr. Reiner Nollau sowie drei Diplomanden wurden in ihren Erwartungen weit übertroffen. Es gelang einen 25 t schweren Forwarder aus einer Hangpartie mit 85 % Hangneigung schlupffrei herauszufahren! (Forst und Technik, 9/2003). Die auf der AUSTRO2003 vorgestellten Ergebnisse trafen auf sehr große Resonanz. Zwischenzeitlich hat die Fa. Herzog Forsttechnik in Zumholz in der Schweiz mit dem Forcar 200 einen Forwarder auf dem Markt gebracht, der alle erwünschten Merkmale in sich positiv vereinigt. Zur Jungfernfahrt war das Projektteam in die Schweiz eingeladen worden.(Forst und Technik 6/2004). Das Projekt wird fortgesetzt. Hauptaugenmerk liegt derzeit auf den künftig mit diesem System erschließbaren Flächen und der betriebswirtschaftlichen Differenz von Maschinenwegen und Rückegassen in Falllinie.

Kompetenznetz Holz

Die Fakultät Ressourcenmanagement und Naturwissenschaft und Technik hat mit der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, dem Fraunhoferinstitut für Holzforschung in Braunschweig und der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt den Aufbau der Infrastruktur des Kompetenznetzes vorangetrieben. Die Abteilung Information und Marketing ist mit den Herren Sven Thomas, Daniel Melle sowie mit Prof. Dr. Friedbert Bombosch personell und technisch für die anstehenden Aufgaben gut gerüstet. Im Berichtszeitraum wurden die Internetplattform und ein Intranet freigeschaltet, die mannigfaltige Möglichkeiten nach außen und innen eröffnen. Hierzu wurde ein Serverraum eingerichtet sowie die notwendigen Leitungsstrukturen gesichert. Neben der Organisation und Durchführung eines Get-Together-Meetings, Messeauftritts “LIGNA”, und Eröffnungssymposiums standen der Aufbau verschiedener Datenbanken für Bilder, Personal und Geräte auf dem Programm der Abteilung. Die Gestaltung und Umsetzung des Internetauftritts “www.anstoesse.de“, “www.treffpunktwald.de“, Flyer, Poster, Logos gehörten ebenso zu den Aufgaben, wie die Freischaltung des mittlerweile viel beachteten Internetforums in enger Kooperation mit dem HOLZZENTRALBLATT. Die Abteilung Information und Marketing steht weiter für Dienstleistungen den o.g. Partnern unterstützend zur Verfügung.
(www.kompetenznetz-holz.de)

Holzrücken mit Kunststoffseilen

Die Idee der Verwendung von Faserseilen zur Holzbringung ist sicherlich nicht neu. So wurden bereits vor 15 Jahren Erprobungen mit Polypropylenseilen angestellt. Die Ergebnisse zeigten, das die erwünschte ergonomische Erleichterung durch die negativen technischen Eigenschaften des Faserseiles (Dehnung) zunichte gemacht wurden.

Mit der Einführung neuer Materialien (Dyneema) ist jetzt eine praxisnahe Verwendung in greifbare Nähe gerückt. Bislang wurde ein Faserseil, mit dieser neuen synthetischen Faser, nicht in Deutschland erprobt. Daher war Informationsbeschaffung aus klassischer forstlicher Maschinentechnikliteratur nur bedingt möglich.

Die Dyneemafaser ist seit ca. sieben Jahren bekannt und hat in der deutschen Industrie erst seit ca. vier Jahren Einzug gehalten. Die Informationsfülle ist spärlich, daher wurde das Internet zum wesentlichen Mittel der Detailrecherche. Es musste festgestellt werden, dass die Weiterentwicklungen von Faserseilsystemen, besonders in den Vereinigten Staaten und Kanada, seit mindestens 1 Jahr fortgeführt wurden.

Die Forest Engineering Department der Oregon State University stellte für die Ersterprobung durch die Fakultät Ressourcen Management Göttingen und des Versuchs- und Lehrbetriebes Weilburg umfangreiches Datenmaterial zu Verfügung. Die gewonnen Eindrücke und Informationen sollen im Rahmen einer Diplomarbeit von Martin Schultze dargestellt und diskutiert werden. Ziel der Arbeit ist es, nach Erprobung des Faserseiles unter hiesigen Bedingungen, die Ergonomischen Vorteile und die sicherheitstechnischen Prüfkriterien für den zukünftigen Einsatz in Forstbetrieben anhand einer Praxisempfehlung aufzuzeigen. Unterstützender Industriepartner für dieses Projekt ist Fa. Waldemar Grube in Hützel.

Entwickelt wurden unter Leitung und oder Beteiligung von Herrn Dr. Friedbert Bombosch:

  • Freie Programmierung mobiler Datenerfassungsgeräte (MICRONIC 900, PARCON) auch für Zeitstudienzwecke.
  • Mobile digitale Erfassung von physikalischen und physiologischen Parametern mit integrierter Zeitstudie in der Waldarbeit (Mobile Ergonomie Messeinheit, Fa. NATIC)
  • Prototypen von Elektrosägensystemen für den forstlichen Einsatz / Straßenmeistereien (Fa.DOLMAR, STIHL,ENDRESS,GRUBE), Pflichtenheft
  • Pflanzgerät Göttinger Fahrradlenker (Fa.GRUBE)
  • Messmethodik für CO Messungen im Atembereich des Waldarbeiters (Fa.BAYER- DIAGNOSTIC) und im Blut der Waldarbeiter (Fa.RADIOMETER) unter Praxisbedingungen vor Ort.
  • Sicherheitstechnische Hinweise für den Einsatz hydraulischer Fällhilfen.(Fa. MAMMUT, CLAUSEN)
  • Praxisempfehlungen für den Einsatz von Totalstationen im Forst (Fa.TOPCON)
  • Praxisempfehlungen für das Tragen von Schutzbrillen / Gelbglasbrillen (UVEX, DALLOZ, PELTOR)
  • Gittervisier mit Polycarbonatscheibe zur Helmmontage (Fa.PELTOR, UVEX)
  • Vorgabezeiten für Holzernte, Kulturbegründungen, Schälschutz und Astung
  • Ortsungebundenes Videoüberwachungssystem für Seilkrananlagen (Maschinenbetrieb BAD LAUTERBERG)