Die Gesamtfläche des Waldfonds Russlands beträgt 1172,3 Mio. ha. Bewaldete Flächen und Waldflächen, die nicht in den Waldfonds eingetreten sind, haben daran einen Anteil von 774,3 Mio. ha, mit dem Vorrat 81,9 Mrd. m³. (Forsteinrichtung, 1.01.1998)

Der größte Anteil des Nadelholzvorrates (81%) befindet sich im asiatischen Teil Russlands, dort befinden sich auch 56% des Vorrates der Laubarten. Der asiatische Teil ist industriell weniger entwickelt und der Holzeinschlag wird daher vor allem im europäischen Russland realisiert. Der Wald ist zu 100% in Staatsbesitz.

Russlandkarte Holzwirtschaft ist eine der wichtigsten Branchen der russischen Wirtschaft. Für 45 Subjekte der Russischen Föderation hat die Produktion der Holzwirtschaft einen Anteil von 10-50% der gesamten regionalen Industrieproduktion. In der Holzwirtschaft arbeiten 1 Mio. oder 7% der Beschäftigten in der Industrie. Über 90% der Unternehmen der Holzwirtschaft sind privat.

Die Holzwirtschaft ist überwiegend exportorientiert. Im Jahr 2002 betrug der Exportanteil über 4% des gesamten Exports Russlands und hat den 4. Platz nach Erdgas-, Öl- und Metallexport. Während die Holzwirtschaftsunternehmen des europäischen Teils sich mehr auf die Märkte Europas und der GUS-Landern orientieren, exportieren die Holzwirtschaftsunternehmen des Asiatischen Teils auf die Märkte des Asiens und Fernosts.

Abb. 1. In den 1990er Jahre ist der Produktionsumfang der russischen Holzwirtschaft stark zurückgegangen

Abb. 1: In den 1990er Jahre ist der Produktionsumfang der russischen Holzwirtschaft stark zurückgegangen

Seit dem Beginn des Umbaus der Volkswirtschaft Russlands von einer ausschließlichen Staats- auf eine Marktwirtschaft seit Anfang bis Mitte der 1990er Jahre ist der Produktionsumfang der russischen Holzwirtschaft stark zurückgegangen (s. Abb. 1).

Über Investitionen in den letzten Jahren, vor allem aus dem Inland, das Wachstum sowohl inländischer als auch ausländischer Nachfrage, ist es den Unternehmen der Holz­bearbeitungs­industrie (Platten, Sperrholz), der Zellstoff- und Papierindustrie und zu einem kleinen Teil der Schnittholzindustrie gelungen, den weiteren Niedergang aufzuhalten und die Produktion zu vergrößern.

Die Verarbeitung des Holzes von 1985 bis 2002

Abb. 2: Die Verarbeitung des Holzes von 1985 bis 2002

Für weiteres Produktionswachstum müssen die Probleme sowohl hinsichtlich der Anlagenveralterung (über 80% der Holzverarbeitungsanlagen in der Holzwirtschaft haben ihre Nutzungsdauer erreicht) gelöst werden, als auch bei der Versorgung mit dem Rohstoff. Auf Grund der veralteten Holzeinschlagstechnik, Verminderung zugänglicher Waldflächen, die im Norden des europäischen Territoriums Russlands bedeutend aufgebraucht sind, haben die Holzeinschlagsbetriebe ihre Produktion deutlich verringert.

Abb. 3: Die Holzernte in Russland zwischen 1985 und 2002

Abb. 3: Die Holzernte in Russland zwischen 1985 und 2002

Die Rohholzversorgung ist auch mit der Steigerung des Rundholzexportes schwieriger geworden. Daher ist die Schaffung einer vertikalintegrierenden Unternehmensstruktur, wobei Unternehmen der Holzbearbeitungs-, Zellstoff- und Papierindustrie versuchen, die Holzeinschlagsbetriebe und auch die Unternehmen der nächsten Verarbeitungsstufe unter eigene Regie zu nehmen, eine der wichtigsten Tendenzen der modernen Holzwirtschaft Russlands.

Zu den weiteren Problemen der russischen Holzwirtschaft gehören:

  • unzureichende Produktionsdiversifizierung;
  • unvollkommene Holzproduktionsstruktur: besondere Rohholzexportorientierung;
  • schwach entwickelte Transport- und Bankeninfrastruktur;
  • mangelhafte Erschließung der Wälder mit ganzjährig befahrbaren Wegen;
  • hohes Wachstumstempo der Transport-, Brennstoff- und die Elektroenergiekosten;
  • illegaler Holzeinschlag.